Perger - Gemeindezeitung 2/2026

GESCHICHTE Chroniken erzählen vom Werden und der Geschichte von Gemeinden, Pfarren, Schulen, Familien Das sind chronologische Aufzeichnungen - daher der Begriff Chronik. Befasst wurde und wird damit ein Chronist – sie sind wahre Schätze in der Stadt Perg. Die Chroniken beginnen oft schon vor 150 oder mehr Jahren und wurden bis zu einem Zeitpunkt verfasst, ab dem dann womöglich niemand sich mehr dieser interessanten Aufgabe annahm. Zu Lesen gibt es da über große Erfolge und auch Krisen. Die Ausstellung bietet einen sehr interessanten Überblick. Mehr als 20 dieser kostbaren Stücke sind zu sehen. In manchen von ihnen kann man sogar blättern. Die Form ist sehr verschieden – von der handschriftlichen Buchform bis zur digitalen Erfassung seit etwa 30 Jahren. Sie bewahren Spuren unserer Gemeinschaft. Als museale Objekte bündeln sie Ereignisse, Bilder und Erzählungen zu einer greifbaren Zeitreise. Besonders interessant sind auch diverse, oft sehr alte Plakate. Im Archiv des Heimathauses befindet sich eine ganze Reihe solcher Chroniken. Oft genug schon waren sie eine wahre Fundgrube für Informationen, die man dann auch verwerten kann. Leihweise Überlassungen Im Heimathaus-Stadtmuseum sind eine ganze Reihe von Chroniken und Archivalien aufbewahrt. Aber die meisten der Ausstellungsstücke sind Leihgaben. Das ist für viele eine Gelegenheit, ihre Schätze der Öffentlichkeit zu präsentieren. Beim Stöbern kann man die wunderschöne Kurrentschrift betrachten und zu entziffern versuchen. Leichter wird es ab 1930 – da trifft man auf die ersten maschingeschriebenen Seiten. Zu Lesen gibt es da über große Erfolge und auch Krisen z. B. eines Vereins. Bekannte Personen tauchen auf, auch persönliche Querelen. Bescheide der Reichsstatthalterei Oberdonau vom Jahre 1939 verfügen die Auflösung des Vereins. Im Jänner 1946 wird jedoch schon wieder von der Neugründung berichtet. Staunen kann man auch über Preise, z. B. von Instrumenten – in Kronen und Heller oder in Schilling und Groschen. Die Vielfalt der Chroniken Pfarrer, Schuldirektoren, Vereinsfunktionäre oder auch Talentierte aus Familien erwarben sich große Verdienste in der Führung der Chroniken. Diese Schätze aus Vergangenheit und Gegenwart sollen im Rahmen der Ausstellung gezeigt und präsentiert werden. Man kann immer nur staunen, mit welch großer Genauigkeit und Sorgfalt die Geschehnisse uns überliefert werden. Der Wert einer Chronik liegt nicht nur im Festhalten von Daten, sondern im Bewahren von Identität, Werten und gemeinsamen Erfahrungen – sei es in der Schule, der Pfarre, im Verein oder in der Familie. Ein eigenes Projekt ? Die Ausstellung im Museum soll uns allen vor Augen führen, wie wertvoll das Bewahrte ist. Man soll Wichtiges und Schönes ja nicht wegwerfen (zum Beispiel aus einem Nachlass) – unser Stadtmuseum ist der richtige Ort, an den es kommen sollte. Warum aber auch nicht, selbst eine Chronik zu beginnen oder weiter zu führen und somit Ressourcen für Nachfolgegenerationen bereitzustellen? Fotos © Heimat-Stadtmuseum Perg 1. Eine Vitrine 2. Die Chronik der Stadt Perg 3. Volksschule Perg – Kaiser gestorben 4. 1947: Bundeskanzler Figl besucht die Hauptschule Perg PERGER GEMEINDEZEITUNG 02/26 I www.perg.at 30

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