PERGER GEMEINDEZEITUNG 05/26 I www.perg.at 22 FRGEEIWSCIHLLICIGHETNEGAGIERT Perg vor 75 Jahren: Aufbruch, Aufbau und Bevölkerungszuwachs. GESCHICHTE Das Jahr 1951 war für die Marktgemeinde Perg von bedeutenden wirtschaftlichen Weichenstellungen, reger Bautätigkeit und einer historisch wichtigen Volkszählung geprägt. Perg will Stadt werden Auf Anregung einheimischer Gewerbetreibender setzte die Gemeindevertretung unter Bürgermeister Johann Baumann (ÖVP) am 01. September 1951 einen Arbeitsausschuss ein, um die Vorarbeiten für eine angestrebte Erhebung des Marktes zur Stadt einzuleiten. Gleichzeitig beschlossen Handwerker und Kaufleute die Ausrichtung einer regionalen Großausstellung („Perger Messe“). Durch die hohe Bautätigkeit herrschte im Ort Vollbeschäftigung. Eine neue Naarnbrücke verbindet Markt und Untervormarkt Am 21. Oktober 1951 erfolgte die feierliche Einweihung der neuen Betonbrücke über die Naarn am Ende der Badgasse (heute Dr.-Schober-Straße). Der Brückenheilige Christopherus wurde von Friederike Renate Stolz geschaffen, die auch die im Krieg zerstörten Märchenfiguren in der Grottenbahn auf dem Pöstlingberg neu geschaffen hat. Die Badgasse wurde bereits im Jahr 1932 anlässlich des Todes von Bundeskanzler Dr. Johannes Schober in Dr. Johannes Schoberstraße umbenannt. Der damalige Bürgermeister Josef Dirnberger bedauerte, dass er für den Ehrenbürger des Marktes nur eine Sackgasse benennen konnte und kündigte den baldigen Bau einer Naarnbrücke anstelle des Fußgänger-Holzsteges an. Im November 1951 wurde in der Hauptschule ein öffentliches Warmbad eröffnet, das bis in die 1960er-Jahre bestand. Zudem gab die Bezirkshauptmannschaft den Saal im Brauhaus Seyr frei und leitete Neubauplanungen ein. Die neue Bezirkshauptmannschaft in der Dirnbergerstraße wurde schließlich im Juli 1957 eröffnet. Am 13. Juli 1951 nahm die Buslinie Perg – Pabneukirchen ihren Betrieb auf. Zunftfahne der Perger Mühlsteinhauer Ende Juni 1951 wurde auf einem Dachboden der Firma Fries, Burgholzer & Co. die seit rund 70 Jahren verschollene historische Zunftfahne der Perger Mühlsteinhauer von 1833 wiederentdeckt. Sie wird aktuell im Heimathaus Stadtmuseum als besonderes Prunkstück neben der erst kürzlich wiederaufgetauchten Zunfttruhe im neugestalteten Mühlsteinraum präsentiert. Oskar Amesbichler gründete den Eislaufverein, der einen Platz beim Waldbad (damals Schwimmschule) errichtete, der bei entsprechender Witterung jahrzehntelang jedes Jahr wieder belebt wurde und sogar mit einer Beleuchtung ausgestattet wurde. Der Militärbeamte Oskar Amesbichler fungierte anschließend von 1952 bis 1958 als Obmann der Kinderbewahranstalt (heute Kindergartenverein). In Pergkirchen wurde der neue Pfarrhof im September 1951 unter dem Pergkirchner Ehrenbürger und Geistlichem Rat Johann Wallner eingeweiht, während Pfarrer Konsistorialrat Karl Mayr in der Pfarre Perg Spenden für die Erneuerung der Kirchenfassade sammelte. Volkszählung 1951 im Vergleich zu 1934 Am 01. Juni 1951 wurde die erste österreichische Volkszählung der Nachkriegszeit durchgeführt. Im Jahr 1934 wies das Gemeindegebiet 3.264 Einwohner auf (nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Perg, Pergkirchen und Weinzierl zum 01. Jänner 1939 wurden 3.512 Einwohner gezählt). Fotos neue Naarnbrücke oben und unten: © Fotografen: Alfred Fries, Martin Schmidmayr, Bestand Heimat- und Museumsverein Perg Auf diesem Foto ist Konsistorialrat Pfarrer Karl Mayr mit seinem Kooperator Schneeberger sowie der Mesner Lambert Mühllehner (späterer Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Perg) zu erkennen. Wer kann weitere Personen erkennen oder war dabei und kann sich noch erinnern? Foto Zunftfahne: © Heimat- und Museumsverein Perg
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